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Warum ist Polyethylen so teuer geworden ?

in FAQs

 

Als Einkäufer von Kunststoffverpackungen sind Ihnen wahrscheinlich die enormen Preissteigerungen und Verknappungen beim Rohstoff nicht entgangen. Noch nie waren die Preise seit dem Jahr 2000 für Polyethylen, der Grundstoff für LDPE-, MDPE- und HDPE-Folien so hoch wie heute. Warum ist PE so teuer?

Ursache

Für diese außergewöhnlichen Preissteigerungen ist eine Kombination von verschiedenen Faktoren verantwortlich.

Normalerweise gibt die Entwicklung des Naphthapreises weitgehend den Prozess der Derivate wie PE- und PP-Polymere und deren Endprodukte wie z. B. Verpackungsfolien vor. Gelegentlich spielen auch äußere Einflüsse wie z. B. witterungsbedingte Produktionsunterbrechungen oder technische Ausfälle eine Rolle. Ebenso kann ein vorübergehendes Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage die Preise für Kunststoffverpackungen und die Rohstoffe nach oben oder unten variieren lassen. Im Augenblick treffen viele Faktoren aufeinander und verstärken somit gegenseitig die Einflüsse.

Situation

  • Aufgrund der geringeren Ölproduktion wegen geringerem Ölverbrauch (Covid) und der enorm niedrigen Ölpreise Anfang 2020 besteht ein begrenztes Naphtha- und Ethylen-Angebot.
  • In Anbetracht des geringeren Angebots und der ebenfalls geringeren Gesamtnachfrage kommt es zu Produktionskürzungen bei Polymerherstellern.
  • Unvorhergesehene Probleme (force majeure) wie z. B. Anlauf nach Wartung der Maschinen an manchen Produktionsstandorten.
  • Unterbrechungen der Produktion in petrochemischen Anlagen der Vereinigten US Staaten aufgrund von Wetterextremen.
  • Störungen in der Logistik angesichts der globalen Covid-Situation.
  • Massive Erhöhung der Frachtkosten durch gestiegene Dieselpreise.
  • Durch Arbitrage der Exporteure z. B. in USA und Russland begrenzte Importe in die EU.
  • Vermehrte Nachfrage nach bestimmten Polymeren wie z. B. LDPE und LLDPE.

Prognose

Nach wie vor sind die Aussichten unsicher. Wir müssen uns auf weitere Preissteigerungen in den kommenden Wochen und Monaten, basierend auf den Naphthapreis und den Prognosen der Marktanalysten, einstellen. Es gibt noch weiterhin eine Anzahl von Produzenten, die mit gedrosselter Kapazität arbeiten. Langsam nehmen aber wieder einige Produktionsstätten wieder den Betrieb auf. Daher ist zu erwarten, dass die Knappheit der Rohstoffe auf absehbare Zeit anhalten wird. Der derzeitige Krieg in der Ukraine und der damit verbundene Importstopp von russischem Rohöl in die EU wird diese Situation weiter verschärfen und somit zu weiteren Preiserhöhungen führen.